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- Herbert Schmid, Landwirtschaftliches Zentrum Liebegg

Dürre Wiesen – was tun?

Braune Wiesen und kaum Futter: Der Fachspezialist Futterbau der Liebegg zeigt, wie Betriebe wieder zu Futter kommen, welche Wiesen sich erholen und welche Pflanzen sie künftig fördern sollten.

Nach Hitzewellen wie im Sommer 2026 fehlt nicht nur Futter, auch die Wiesen leiden. Am stärksten betroffen sind Natur- und Kunstwiesen mit Italienisch- und Bastard-Raigras, Gemeiner Rispe und Ausläuferstraussgras. Viele Betriebe greifen bereits auf ihre Wintervorräte zurück.

Wie komme ich wieder zu Futter?

Bewässern hilft nur, wo noch Wasser verfügbar ist. Sonst bleiben die stehenden und konservierten Reserven, der Zukauf und Zwischenfutter. Luzerne-Gras, Mais und Futtersorghum lassen sich ab Feld eingrasen statt silieren – die Luzerne aber nicht zu alt werden lassen, sonst bleiben die Stängel in der Krippe. Wer im Herbst möglichst lange und im Frühling möglichst früh Grünfutter anbietet, schont die Wintervorräte; eine gute Bereifung und schonende Beweidung schützen dabei die Grasnarbe.

Sobald der Boden feucht genug ist, lohnt sich jede Lücke in der Fruchtfolge für ein Zwischenfutter, günstig und zügig per Direktsaat. Für den Herbst eignen sich Wick-Hafer-Gemenge, Alexandriner-Perserklee-Raigras, Grünschnittmais, Sudangras und Sorghum, in rapsfreien Fruchtfolgen auch Futterraps oder Markstammkohl. Überwinternde Zwischenfutter wie die Italienisch-Raigras-Mischung SM 200 (Saat bis Ende September) oder, für Oktobersaaten, Raigras-Mischungen und Grünschnittroggen lassen sich zudem silieren und füllen die Vorräte wieder auf.

Erholen sich die braunen Wiesen?

Oft ja – das haben die Trockenjahre 1991, 2003, 2018 und 2022 gezeigt. Solange die Stoppeln der Horstgräser innen grün sind und sich die Horste nicht leicht ausreissen lassen, treiben sie bei Regen wieder aus. Englisch-Raigras und Wiesenrispe bilden auch nach längerem Stillstand neue Triebe aus ihren unterirdischen Ausläufern.

Am stärksten leidet das Italienische Raigras an trockenen Standorten. Weil es schon wenige Wochen nach einem Schnitt Samen bildet, kann es sich über die Versamung erholen, sobald im Spätsommer und Herbst genug Regen fällt. Verfilzte Bestände jetzt striegeln: Das hilft den keimenden Gräsern und schafft Bodenkontakt für eine Herbstübersaat. Auf Weiden lassen sich Gemeine Rispe und Ausläuferstraussgras jetzt leicht ausstriegeln; die Lücken schliesst die übliche Herbstübersaat, bevor Breitwegerich und Blacken sie besetzen. Alte, lückige Kunstwiesen erneuert man am besten über eine verkürzte Fruchtfolge.

Welche Pflanzen fördern?

Gefragt sind Arten, die Trockenheit wie auch Nässe vertragen, ohne die wertvollen Raigräser ganz zu verdrängen: auf intensiv bis mittelintensiv genutzten Wiesen Wiesenfuchsschwanz, Knaulgras, Rohrschwingel, Wiesenrispe und Mattenklee, auf Kunstwiesen zusätzlich Luzerne. Passende Mischungen nennen die Entscheidungshilfe der Liebegg, die Samenkataloge und die Standardmischungen von Agroscope.

Unterlagen der Liebegg

Alle Unterlagen und den Kontakt finden Sie auf liebegg.ch.

Zusammenfassung nach Herbert Schmid, Landwirtschaftliches Zentrum Liebegg: «Dürre Wiesen – was tun?», 7. August 2026. Massgebend ist der Originalartikel .